Baufortschritt im neuen Vereinsheim

Das sanierte Bahnhofsgebäude Ehlenbruch nach dem Abbau des Gerüstes auf der Straßenseite.

Nach rund 10 Jahren im Bahnhof Lage stand im April 2017 ein Wechsel unseres Vereinsheims an. Nun ist dies das Stationsgebäude des Bahnhofs Lage-Ehlenbruch mit der Anschrift Zum Twilen 7, 32791 Lage. Die Lage unseres Vereinsheims können Sie der unten abgebildeten Karte aus Google-Maps entnehmen.

Was ist bisher geschehen?

Da die Bausubstanz des über 100 Jahre alten Stationsgebäudes in keinem guten Zustand war, haben wir schon Anfang 2016 damit begonnen, das Gebäude vollständig zu entkernen, nachdem wir uns auf die Suche nach einem neuen Vereinsheim gemacht hatten und das Bahnhofsgebäude Ehlenbruch in die engere Auswahl fiel. Dabei wurden die vorgefundenen Einrichtungsgegenstände entfernt und entsorgt, mehrere Innenwände abgerissen und die Böden entfernt. Auch wurden sämtliche Wände von Putz und alter Isolierung befreit, wobei wir auch auf mehrere Wespennester und viel feuchte Bausubstanz stießen.

Im Keller sorgt nun eine Pumpe dafür, dass es halbwegs trocken bleibt.

Im Keller mussten zunächst ca. 35.000 Liter Wasser abgepumpt werden, die sich dort auf Grund der defekten Fallrohre und des “hochdrückenden” Wasser in den letzten Jahren mit allerlei Schmutz, Müll und Gerümpel angesammelt hatten. Die Räume im Keller wurden anschließend gesäubert, wo nötig ausgebessert, außerdem komplett neu gestrichen und mit einer leistungsfähigen Beleuchtung versehen, um ihn zukünftig als Lager nutzen zu können. Im schon immer vorhandenen Pumpenschacht sorgt nun eine selbsttätige Tauchpumpe dafür, dass trotz des von allen Seiten von außen drückenden Wassers der Keller weitestgehend trocken bleibt.                                                                                                                                                  Hierfür haben wir die kritischen Stellen im Boden zunächst aufgestemmt und so Kanäle geschaffen, durch die das Wasser in den Pumpensumpf abfließen konnte. Diese sind mittlerweile wieder verfüllt, da durch die seit Sommer 2018 vorhandene Drainage auf der Straßenseite ein Großteil des Sickerwassers noch vor dem Eintreten in das Gebäude abgeführt wird und die Kanäle somit überflüssig geworden sind.

Im Hauptgebäude wurde zunächst ein neuer Estrich eingebracht, da der Boden auf Grund der örtlichen Verhältnisse feucht war. Die Außenwände wurden von innen mit Lehmputz und Holzfaserdämmplatten gedämmt, während die Decken eine Isolierung mit Steinwolle, Dichtfolie und Rigips-Platten bekamen. Dort, wo die Zwischenwände noch gemauert waren und nicht isoliert werden mussten, wurden die Ziegel und Holzbalken aufgearbeitet. Mehrere Sparrenköpfe mussten erneuert werden, weil diese verfault waren. Gleiches galt für zahlreiche Fachwerkbalken auf der Straßenseite, wo im Zuge dessen auch die Gefache mit neuen Ziegeln ausgemauert wurden.

Der Güterschuppen während der Aufarbeitung des Ständerwerks.

Im Güterschuppen wurden das vorher von einer Holzverkleidung verdeckte Dachgebälk und die Decke freigelegt und aufgearbeitet. Dieses sorgt nun zusammen mit einer ansprechenden und energiesparenden LED-Beleuchtung aus indirekt wirkenden LED-Leisten und direkt wirkenden LED-Strahlern für ein ganz besonderes Flair. Auch hier wurden die Wände mit Holzfaserdämmplatten und Lehmputz gedämmt, darauf kam dann auch noch ansprechende Lehmfarbe. Diese Lehm-Isolierung sorgt für ein ganz besonderes Raumklima und ist zudem Atmungsaktiv, sodass ein Verfaulen der Fachwerkbalken verhindert wird.

Der Güterschuppen nach dem Verlegen des neuen Fußboden, bevor dieser farblich behandelt und versiegelt wurde.

Der entsprechend der wechselvollen Geschichte und Nutzung des Güterschuppens teils aus Holz, teils aus Beton und teils aus Stahlplatten bestehende Fußboden wurde gereinigt, ausgebessert und nivelliert, anschließend darauf ein neuer und isolierter Holzfußboden montiert. Die insgesamt vier Tore zu den Laderampen mussten wir aus energetischen Gründen leider verschließen; die Tore selbst haben wir aber gerettet und arbeiten sie gerade auf, um sie später als Attrappe von außen wieder anbringen zu können. Der Güterschuppen und die Sanitäranlagen wurden am 24. Februar 2018 als erste Räume im neuen Vereinsheim fertiggestellt.

Das Dach über der Laderampe wurde weitgehend erneuert.

Im Außenbereich wurden viel Zeit und Mühe in die Reinigung der in den 20 Jahren vielfach mit Graffiti beschädigten und in mehreren Schichten überlackierten Fachwerke investiert. Hierzu musste die Farbe entfernt und die Balken abgeschliffen und wiederum witterungsbeständig bearbeitet werden. Dieser Arbeitsschritt dauert noch an und erweist sich als besonders zeitaufwendig. Im Laufe der Zeit haben wir dabei verschiedene Methoden erprobt, um die Ziegelsteine von ihrer Farbe zu befreien. Zuletzt wurden die Ziegelsteine mit einer Schleifscheibe abgeschliffen und neu versiegelt. Die Fugen wurden dabei zunächst ausgestämmt und dann neu verfugt. Mit dieser verhältnismäßig günstigen Methode sind wir, verglichen mit den vorherigen Methoden, auch sehr zufrieden. Aktuell sind wir soweit, dass lediglich ein Teil der westlichen Stirnseite noch mit Farbe bedeckt ist. Diese Wand wird aber in den nächsten Monaten noch von der Farbe befreit. Das Dach wurde im Zuge des Umbaus ebenfalls saniert und über dem Güterschuppen auch isoliert. Dazu mussten auch hier zunächst zahlreiche stark verrottete Bretter und Balken ausgetauscht werden.

25.02.18
25.02.18: Erstmalige öffentliche Nutzung des Güterschuppens durch einen Gottestdienst der Johannesgemeinde Kachtenhausen mit Taufe.

Am 25. Februar fand, mit Fertigstellung des ersten Bauabschnitts, durch die Johannesgemeinde Kachtenhausen ein gut besuchter Gottesdienst mit Taufe statt, der von Pastor Dirk Gerstendorf im Güterschuppen ausgerichtet wurde.  Im Anschluss daran konnten sich die Gäste den aktuellen Bauzustand im Bahnhof anschauen und wir konnten uns gleichzeitig öffentlich in der neuen Umgebung vorstellen. Die anwesenden Vereinsmitglieder standen hierbei für alle möglichen Auskünfte bereit. Über die vielfach positive geäußerte Resonanz und die Wertschätzung unserer ehrenamtlichen Arbeit haben wir uns dabei sehr gefreut! Nach diesem Gottesdienst durften wir uns zudem über neue Vereinsmitglieder freuen.

26.05.18: Ende Mai wurde mit dem Verlegen der Fliesen im Hauptgebäude begonnen.

Im zweiten Quartal 2018 lag der Schwerpunkt auf der Vollendung des Innenausbaus. Die fertig verkleideten Decken bekamen ihren Anstrich und ihre Beleuchtung, zudem wurden Wartungsluken eingebaut, um einen temporären Zugang zu den nicht nutzbaren Dachböden zu ermöglichen. Die Trockenbauwände wurden verkleidet und gestrichen, die verputzten Außenwände wiederum mit Lehmfarbe gestrichen. Gleichzeitig wurden neue Fensterbänke eingebaut, die Böden gefliest und die Elektrik komplettiert. In unserem Versammlungsraum wurde außerdem eine kleine, aber zweckdienliche Küche eingebaut, die uns bereits bei bisherigen Veranstaltungen eine große Erleichterung war.

Neben den Reinigungsarbeiten der Ziegel im Außenbereich,

Eine Sisyphusarbeit ist das Reinigen der überstrichenen Ziegel und das Erneuern der Fugen.

galt ein Großteil unserer Aufmerksamkeit der Freilegung des straßenseitigen Fundaments zur Einrichtung einer Drainage, um das Feuchtigkeitsproblem im Keller durch eindringendes Sickerwasser in den Griff zu bekommen. Zunächst strebten wir an, die Freilegung händisch vorzunehmen, mussten aber schnell einsehen, dass besonders im Bereich des Kellers unter dem Güterschuppen mit einer zu erreichenden Tiefe von über zwei Metern das händische Ausschachten zu zeitraubend sein würde, sodass wir schließlich in diesem Bereich mit tatkräftiger Unterstützung einiger Mitglieder der befreundeten Feldbahnfreunde Lippe e.V. und eines Mini-Baggers die Freilegung des Fundaments innerhalb eines Samstages vornehmen konnten. Dabei erwies es sich als Vorteil, dass die Stadt Lage im Jahr zuvor die straßenseitige Rampe zu unserem damaligen Entsetzen abgerissen hatte, da wir somit leicht bis an die Kellerwand ausschachten konnten.

Der geschaffene Graben konnte im Laufe des Jahres wieder mit Drainagekies verfüllt werden, sodass ein Großteil des bisherigen Feuchtigkeitsproblems im Keller nun endlich gelöst werden konnte. Des Weiteren wurden die offenen Flächen vor dem Gebäude neu gepflastert, sodass sich nun, zusammen mit der neuen Blumenbepflanzung vor dem Eingang ein stimmiges Bild ergibt.

Auf der Gleisseite des Gebäudes wurde die bislang vorhandene Rampe im ersten Halbjahr 2019 entfernt, um auch hier eine Drainage einzurichten. Hierfür haben wir, wieder mit tatkräftiger Unterstützung der Feldbahnfreunde und eines Mini-Baggers die Fundamente freigelegt. Der so entstandene Graben wird aktuell mit einer Drainage ausgestattet und dann im weiteren Verlauf des Jahres mit Drainagekies verfüllt.

Der Innenbereich ist nun so gut wie fertig und konnte nun endlich seinem eigentlichem Verwendungszweck übergeben werden. Dafür haben wir im Erdgeschoss eine Werkstatt mit großen Schränken eingerichtet und ein Ordnungssystem erstellt, sodass nun jedes Teil auch wieder seinen Platz hat. Seit einiger Zeit haben im Güterschuppen unsere bekannte N-Anlage aus dem alten Vereinsheim im Bahnhof Lage und unsere Ehlenbruch-Oerlinghausen-Anlagen in H0 ihren Platz

26.02.18
26.02.18: Unsere Ehlenbruch-Anlage in 1:87 hat ihren Platz im Güterschuppen des Bahnhofs Ehlenbruch gefunden. Niemand hätte beim Bau der Anlage jemals daran gedacht, dass sie einmal in ihrem eigenen Vorbild stehen würde.

gefunden und werden durch eine Märklin-Nostalgie-Anlage und eine kleine Spur Z-Anlage ergänzt.

Auf den im Eingangsbereich aufgebauten Schränken hat zudem eine im Bau befindliche Märklin-Anlage mit Automatiksteuerung ihren Platz gefunden.

 

Aussichten

Nachdem ein Großteil der notwendigen Arbeiten geschehen ist, findet nun endlich wieder “normaler” Vereinsalltag statt. Dennoch werden hier und da noch kleinere Arbeiten zur Verschönerung unseres Vereinsheims vorgenommen. Außerdem steht auf unserer To-Do-Liste noch die Aufwertung des Bahnhofsumfelds durch beispielsweise die Aufstellung einiger Exponate, wie etwa der beiden Signale und der Rauchkammertür, die wir am Bahnhof Lage demontiert hatten.

Abschließend können wir jedem empfehlen, sich unser Vereinsheim einmal anzuschauen. Dies ist in der Regel montags und freitags ab ca. 20.00 Uhr, und außerhalb der Schulferien mittwochs ab 17.00 Uhr möglich. Dabei stehen wir Ihnen gerne Rede und Antwort und würden uns natürlich freuen, den ein oder anderen dann auch bei uns im Verein begrüßen zu dürfen.

Marvin Schneider, Christian Schulz; Stand 18.07.2019

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.